Lauftrainer bilden sich in Schöneck fort
Auch dieses Jahr hatte Christoph Thürkow, seines Zeichens Landestrainer Lauf/Gehen der Leichtathletik Baden-Württemberg, ein abwechslungsreiches und interessantes Programm zusammengestellt. Den Auftakt in die zwei Tage machte analog der Vorjahre Dr. Maximiliane Thron. Die Akademische Mitarbeiterin des Instituts für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beleuchtete in ihrem Vortrag die unterschiedlichen Wege der Energiebereitstellung im menschlichen Körper während einer Belastung und ging darauf aufbauend auf die verschiedenen Trainingsbereiche im leichtathletischen Lauf ein.
Genau daran schloss Christoph Thürkow in seinem Vortrag an und differenzierte für die verschiedenen Altersklassen unterschiedliche Trainingsinhalte. Ein Schwerpunkt dabei war und ist das Training im Schwellen- und im VO2max-Bereich. Mit allerhand Wissen ausgestattet, machten sich die Teilnehmer anschließend daran, in vier Gruppen Aufgabenstellungen zur Trainingsplanung in der U16 und U18 zu bearbeiten. Ausgewertet und besprochen wurden die Gruppenarbeiten dann am Mittwoch.
Den Abschluss des Dienstags – des ersten Tages – machte Antje Köhler mit einer Praxiseinheit zum sportlichen Gehen. Die selbst noch aktive Senioren-Geherin präsentierte Gymnastik- und Koordinationsübungen zum Gehen und ließ die Fortbildungsteilnehmer natürlich auch allerhand Technikübungen selbst ausprobieren. Ganz ähnlich agierte am zweiten Tag Jannik Arbogast. Der ehemalige Deutsche Meister im 10-Kilometer-Straßenlauf und jetzige Physiotherapeut beleuchtete ein Thema, das im leichtathletischen Lauf oft zu kurz kommt: Wie mache ich mich vor einem Wettkampf optimal warm?
Bevor die C- und B-Trainer sich bei traumhaftem Herbstwetter unter der Anleitung von Jannik am Mittwochnachmittag bewegen durften, wartete aber noch ein Tag voller Inhalte auf sie. Dr. Daniel Haigis von der Sportmedizin am Universitätsklinikum Tübingen referierte sehr anschaulich und praxisnah über ein im Lauf sehr wichtiges Thema: RED-S.
Das relative Energiedefizit im Sport kann langfristig zu großen Einschränkungen nicht nur der sportlichen Leistungsfähigkeit führen. Auch Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und sogar Ermüdungsbrüche können im Zusammenhang damit stehen. Die große Relevanz des Themas wurde dadurch verdeutlicht, dass aus den geplanten 90 Minuten gleich 120 Minuten voller Diskussion und Fragen wurden.
Einen interessanten Einblick in ein real absolviertes Training gab am Mittwochvormittag Christoph Thürkow. Als Heimtrainer von Judit Aechtle zeigte er ihr Training von August 2025 bis August 2026. In dem einen Jahr konnte die junge Athletin von der LG Region Karlsruhe ihre Bestzeiten von 2:11,03 und 4:30,45 Minuten auf 2:08,13 und 4:22,96 Minuten steigern. Die Teilnehmer konnten sich detailliert jede Trainingseinheit anschauen und natürlich Fragen zum Trainingsaufbau und zum methodischen Vorgehen stellen.