Birmingham 2026: Eine EM voller besonderer Momente

  19.08.2026    WLV Top-News WLV Wettkampf BLV Top-News BLV BLV-Wettkampf Top-News BW-Leichtathletik Wettkampfsport
Das Alexander Stadium in Birmingham wurde für die baden-württembergischen Athlet:innen zum Schauplatz einer erfolgreichen EM. Mit zwei Europameistertiteln, Silber und Bronze sowie mehreren starken Finalplatzierungen sorgten sie für zahlreiche Highlights.

Sieben Tage voller großer Emotionen, spannender Entscheidungen und besonderer Geschichten liegen hinter den Athlet:innen im Alexander Stadium in Birmingham. Für die baden-württembergischen Starter:innen war die EM dabei eine Reise mit zwei Europameistertiteln, Silber und Bronze – und vor allem mit einigen Momenten, die in Erinnerung bleiben werden.

Thumm schreibt seine eigene EM-Geschichte

Einer dieser Momente gehörte Nick Thumm (VfB Stuttgart 1893). Der 21-Jährige war als EM-Debütant nach Birmingham gereist und verließ das Alexander Stadium als Vize-Europameister. Schon in der Qualifikation hatte er mit persönlicher Bestleistung überrascht. Im Finale aber legte Thumm noch einmal nach.

Im fünften Versuch flog sein Speer auf 83,76 Meter. Neue persönliche Bestleistung, zwischenzeitliche Führung und plötzlich die Gewissheit: Hier ist eine Medaille möglich. Erst im letzten Durchgang wurde der Stuttgarter noch von seinem deutschen Teamkollegen Julian Weber (USC Mainz) übertroffen.

Silber blieb. Und damit ein EM-Debüt, das besser kaum hätte laufen können. Thumm hatte sich nicht nur in seinem ersten großen Finale behauptet – er hatte sich auf der großen Bühne gleich an die europäische Spitze geworfen.

Ruppert und Neugebauer vergolden die EM

Zwei Athleten sorgten dafür, dass die EM für Baden-Württemberg gleich doppelt vergoldet wurde. Leo Neugebauer (VfB Stuttgart) erlebte im Zehnkampf dabei einen Wettkampf voller Höhen und Tiefen. Nach starken Leistungen am ersten Tag und einem nervenaufreibenden Stabhochsprung musste er im abschließenden 1.500-Meter-Lauf noch einmal alles investieren. Trotz schwerer Beine und eines Sturzes auf der Zielgeraden rettete der Weltmeister seinen Vorsprung ins Ziel und krönte sich mit 8.611 Punkten zum Europameister.

Zum emotionalen Schlusspunkt der EM wurde schließlich Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen). Im Finale über 3.000 Meter Hindernis wartete der Europarekordler lange geduldig auf seine Chance. Auf der Schlussrunde übernahm er die Führung – und gab sie nicht mehr her. Sieben Jahre nach seinem U23-EM-Titel holte Ruppert nun auch bei den Männern Gold.

Starke Auftritte und jede Menge Kampfgeist

Bereits zum EM-Auftakt hatte Yemisi Mabry (MTG Mannheim) mit Bronze im Kugelstoßen für die erste baden-württembergische Medaille gesorgt. Mit 19,50 Metern sicherte sich die Olympiasiegerin ihre fünfte Medaille bei einer großen Meisterschaft. Nur wenige Minuten später schrieb auch Nina Ndubuisi (SG Schorndorf 1846) ihre eigene EM-Geschichte: Bei ihrer ersten Europameisterschaft in der Aktivenklasse kämpfte sich die 22-Jährige im Kugelstoß-Finale noch in die Top Acht und belegte mit 18,21 Metern Rang acht. 

Für einen besonderen persönlichen Moment sorgte auch Rosina Schneider (TV Sulz): Mit 12,76 Sekunden lief sie im Vorlauf über 100 Meter Hürden nicht nur eine neue Bestzeit, sondern gleichzeitig die schnellste Zeit aller Vorläufe. Lisa Merkel (LAV Stadtwerke Tübingen) zeigte über 10.000 Meter mit einer offensiven Renngestaltung Mut und Selbstvertrauen und lief auf Rang neun. Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) kämpfte sich trotz eines schwierigen Starts in der Qualifikation ins Weitsprung-Finale und verpasste dort mit 6,94 Metern nur um vier Zentimeter das Podium. Im Siebenkampf bewies Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart) nach einem schwierigen Auftakt großen Kampfgeist und beendete den Mehrkampf mit 6.057 Punkten auf Rang 15. 

Eine EM, die in Erinnerung bleibt

Vier Medaillen, zwei Europameistertitel und zahlreiche starke Auftritte: Die baden-württembergischen Athlet:innen haben in Birmingham für viele besondere Momente gesorgt. Vom überraschenden Silber-Coup eines EM-Debütanten über zwei nervenstarke Goldläufe bis hin zu persönlichen Bestleistungen und mutigen Auftritten – diese sieben Tage im Alexander Stadium hatten einiges zu erzählen.

Der Medaillenspiegel der baden-württembergischen Athlet:innen

Medaille       Athlet:in                       Verein                                        Disziplin                              

Gold 

Leo Neugebauer VfB Stuttgart 1893
Zehnkampf
Gold 
Frederik Ruppert
LAV Stadtwerke Tübingen
3.000 Meter Hindernis
Silber  Nick Thumm
VfB Stuttgart 1893
Speerwurf
Bronze Yemisi Mabry
MTG Mannheim
Kugelstoß

 

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